Elvira Rosert
Elvira Rosert

@elvira_rosert

5 Tweets Dec 08, 2022
Herr Schmidt-Chanasit hat gestern bei @maischberger gegen FFP2-Masken „in der Bevölkerung“ plädiert.
Ich mahne das ja immer wieder an: Journalist*innen haben die Verantwortung, auch im Gespräch mit Wissenschaftlern kritisch zu sein. Offenzulegen, was deren ethische Position ist,
welchen Ansatz zur Pandemiebekämpfung sie vertreten, Scheinargumente und Nebelkerzen zu entlarven. Passiert so häufig nicht. Auch gestern nicht.
Frau @maischberger hätte wissen müssen, dass sie mit jemandem spricht, der für den focused-protection-Ansatz steht und sich von Beginn
an für eine kontrollierte Durchseuchung ausgesprochen hat. Wenn jemand seine Position „Menschen müssten sich anstecken“ niemals revidiert hat, ist es doch konsistent, dass er gegen die besseren Masken argumentiert. Es ist Aufgabe einer Journalistin, das in dem Moment transparent
zu machen, damit die Aussage einen Kontext bekommt und ihre Motivation deutlich wird. Es ist auch die Aufgabe, zu fragen, ob das denn wirklich so schwierig ist, FFP2-Masken richtig zu tragen und ob das nicht besser wäre, dass man das häufiger erklärt statt von ihnen abzuraten.
In einer Demokratie müssen alle Positionen zu Wort kommen und meinetwegen auch ständig und prominent. Aber das geht nur, wenn der Diskurs funktioniert, wenn Argumente auf ihre Haltbarkeit geprüft werden. Sie einfach stehen zu lassen ist falsch.

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