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@dividowatsch Ich habe allgemeine Erkenntnisse über die Kriegsführung westl. Demokratien zusammengefasst. Den Krieg der NATO gegen Serbien können sie a) darunter fassen, dass es ein Bemühen gab, das Völkerrecht einzuhalten und b) Kritik bei Verdacht auf Verstöße immer richtig und wichtig ist.
@dividowatsch c) diese Kritik - am Krieg der NATO an sich und an der Kriegsführung im Besonderen, u.a. die Luftkriegsführung, die Angriffe auf Infrastruktur und die Flughöhe, die die NATO-Piloten schützte, aber ein präzises targeting erschwerte und damit serb Bevölkerung gefährdete - gab es.
@dividowatsch d) es gab auch eine Untersuchung des Internationalen Straftribunals für das ehem. Yugoslawien, die einzelne Vorfälle untersuchte, in denen serbische zivile Ziele getroffen und serbische Zivilisten verletzt und/oder getötet wurden. U.a. folgendes stellte der Bericht fest:
@dividowatsch Die Legitimität mancher Ziele (z. B. TV-Station in Belgrad) war umstritten. Es gab seitens der NATO Fehler in der Militäraufklärung und in der Zielauswahl, es gab Fehleinschätzungen und ungenügende Vorsorgemaßnahmen. NATO bestreitet diese nicht, hat sich um Aufklärung bemüht.+
@dividowatsch Angriffe auf Infrastruktur: als Reaktion auf Kritik betonte NATO den dual-use-Charakter, sie habe mit den Angriffen militärische Ziele verfolgt, u. a. Disruption der Logistik, sie seien nicht gegen die Zivilbevölkerung gerichtet, keine Demoralisierungsstrategie.
@dividowatsch Zum Schluss wichtige Originalaussagen aus dem Bericht:
"Most of the targets referred to in the quotations above are clearly military objectives."
"there is simply no evidence of the necessary crime base for charges of genocide or crimes against humanity."
"Most of the targets referred to in the quotations above are clearly military objectives."
"there is simply no evidence of the necessary crime base for charges of genocide or crimes against humanity."
@dividowatsch "On the basis of the information reviewed, however, the committee is of the opinion that neither an indepth investigation related to the bombing campaign as a whole nor investigations related to specific incidents are justified. "
icty.org
icty.org
@dividowatsch Was daraus folgt: 1) Die Kriegsführung der NATO gegen Serbien ist in keiner Hinsicht mit Russlands Kriegsführung gegen die Ukraine vergleichbar. Die NATO hätte sich zweifellos noch mehr um die Vermeidung von Kollateralschäden bemühen müssen, +
@dividowatsch aber serbische zivile Opfer waren eben das: Kollateralschäden, während ukrainische zivile Opfer das ZIEL sind. Das hilft den Angehörigen nicht und jedes zivile Opfer ist eines zu viel, aber völkerrechtlich spielt Kollateralschaden oder Ziel eine entscheidende Rolle.
@dividowatsch 2) Der Westen muss sich seiner Glashaus-Position bewusst sein und sollte die Lehre ziehen, das Völkerrecht noch ernster zu nehmen. Propaganda und Desinformation sind mächtig, aber es ist nichtsdestotrotz angezeigt, sich so zu verhalten, dass die eigene Weste möglichst rein bleibt
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